Chronik Teil 2

Größere Einsätze sind aus der Gründerzeit nicht bekannt, außer einem Großeinsatz, der zu Bekämpfung der Kartoffelkäfer stattfand.
Im Kriegsjahr 1943 übernahm Otto Bruch die Leitung der Feuerwehr. Viele Feuerwehrkammeraden waren zur Wehrmacht eingezogen worden, so kam es dazu, dass die Lücken, die entstanden, durch Frauen und Mädchen aufgefüllt worden, um eine Übung durchführen zu können. In den letzten Jahren des Krieges kam der Dienst in der Wehr fast vollständig zum Erliegen. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges entwickelte sich eine Abneigung der Bevölkerung eine Uniform zu tragen, auch wenn es die der Feuerwehr war.
Nach einer langen Trockenzeit im Jahre 1947 kam es zu verschiedenen Waldbränden, teilweise durch Rasenbrennen (Brasebrö) verursacht. Der Schaden wurde auf 20.000 Reichsmark geschätzt. Löschzüge aus Netphen und Kreuztal waren schnell zur Stelle. Doch wurden die Löscharbeiten durch ein plötzliches Drehen der Windrichtung stark unterstützt.
Noch im selben Jahre kam die Gemeindevertretung zu dem Entschluss, die Freiwillige Feuerwehr zu reaktivieren. Amtsbürgermeister Ernst Giebeler beauftragte Emil Roth mit der Leitung der Wehr. Noch im gleichen Jahr übernahm der Kamerad Heinz Giebeler die Führung des Löschzuges. 24 Männer hatten sich zur Verfügung gestellt, um Ihre Freiwilligkeit in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen und zum Wohle des Nächsten bereit zu sein.

Unglinghausen, 18. Sept. In unserem Ort hat sich eine 24 köpfige freiwillige Feuerwehr gebildet, die gewillt ist, die Tradition der Pflichtwehr zu übernehmen, um im Ernstfall an Ort und Stelle einen Brand zu bekämpfen. Dies ist besonders wichtig im Einsatz gegen Waldbrand. Die Wehr verfügt über eine Handspritze und in Siegen ausgebessertes Schlauchmaterial. Sie wird in nächster Zeit, wenn ihr Führer die erforderliche Ausbildung in Warendorf absolviert hat, ihre Übungen aufnehmen.
Bericht aus der Siegener Zeitung (Zitat)

Nicht jeder von uns hatte damals eine Uniform oder Mütze an Ausrüstung. Zur Ausrüstung gehörte die heute noch funktionsfähige Druck- und Saugpumpe, sowie einige Hanfschläuche. Aber trotz der schwierigen Umstände, in Bezug auf die Behelfsausrüstung, wurde fleißig geübt, um im Falle eines Brandes gewappnet zu sein.
Schon im Herbst 1948 wurde die erste Schlussübung durchgeführt. Das Spritzenhaus, welches in der Nähe des Gasthauses Bruch stand, wurde ins Oberdorf (heutige Trafostation) verlegt. Von nun an wurde der Dienst sonntagsmorgens im Oberdorf getan. Auch standen Alarmübungen auf dem Dienstplan des Wehrführers, der zur dieser Zeit schon zum Brandmeister ernannt worden war. Zu den Übungen sowie zu dem Alarm wurde durch zwei Hornisten geblasen.
Eines nachts war hinter dem Hause Hebel ein großer Stroh und Reisighaufen angesteckt worden. Als die Hornisten zum Alarm beblasen hatten, ging es kurze Zeit später im Dauerlauf mit der Spritze zu der Brandstelle. In kürzester Zeit war der Brand gelöscht.
Chronik Teil 3